Tempranillo

Tempranillo

Tempranillo „Der kleine Frühe“ zählt zu den bedeutendsten roten Trauben Spaniens und bringt duftige Rotweine von langer Lebensdauer hervor. Insbesondere aufgrund ihres geringen Säureanteils genießen die roten Tropfen hohe Beliebtheit unter den Weintrinkern. Auf dem Tempranillo, dem „Herzen der spanischen Weinseele“, gründet der globale Erfolg der spanischen Weinkultur. International bekannt ist der Tempranillo insbesondere auch als Cuvée, den Rioja-Weinen.

Verglichen mit der ebenso bekannten Rebsorte Garnacha sind die Beeren des Tempranillo wesentlich kleiner und reifen etwa zwei Wochen früher – daher trägt die Rebart die Verniedlichungsform des spanischen Wortes temprano (zu deutsch: früh).

Die urspanische Rebart wird seit Jahrhunderten auf der iberischen Halbinsel kultiviert. Die Region La Rioja gilt als Heimat des Tempranillo. Schon im 17. Jahrhundert wurde die Rebart nachweislich namentlich erwähnt. Die Herkunft ist nicht gänzlich geklärt, vermutlich ging sie aus einer Wildkreuzung der weißen Rebart Albillo Mayor und der roten Traube Benedicto hervor. Durch Anpassung an regionale Wachstumsbedingungen entwickelten sich mit der Zeit verschiedene Ausprägungen und Spielarten der Rebe. Je nach Herkunftsregion werden unterschiedliche Bezeichnungen verwendet, etwa Tinto Fino in Toro und Ribera de Duero, Cencibel in La Mancha und Valdepeñas und Tempranilla in Argentinien. Über 80 Synonyme sind offiziell bekannt. Bekannt ist auch eine weiße Mutation der Traubenart, der Tempranillo Blanco, welche einen kraftvollen Weißwein hervorbringen.

An- und Ausbau des Tempranillo

Heutzutage sind über 200.000 Hektar Rebfläche weltweit mit der Rebart bestockt. Etwa 120.000 Hektar und damit ein Großteil dieser Fläche liegen auf spanischem Boden, dies entspricht etwa 75 Prozent der Gesamtanbaufläche. Vor allem im Nordosten des Landes in den Weingebieten La Rioja, Ribera des Duero, Penedes, La Mancha und Navarra ist die Kultivierung des Tempranillo äußert populär. Auch portugiesische Weine (Tinta Roriz oder Aragonez) sind beliebt und zudem bedeutsame Komponente der meisten Portweine. In anderen europäischen Ländern sowie in Übersee werden längst nicht so gute Qualitätsweine wie auf der iberischen Halbinsel produziert. Ein aufsteigendes Weingebiet existiert in Argentinien, Südamerika.

Die Rebart gilt als sehr anpassungsfähig und robust: Bei verschiedenen Boden- und klimatischen Bedingungen gedeiht sie und liefert gute Erträge. Auch in höher gelegenen und dadurch kühleren Weinbaugebieten reifen die Beeren in der kurzen Wachstums- und Reifeperiode vollständig aus und entwickeln auch bei recht geringem alkoholischem Anteil ihre fruchtigen Geschmacksaromen. Ideal sind lehmige Kalkböden mit guter Wasserversorgung. Die länglichen Trauben sind lockerbeerig, die Beeren schwarzblau gefärbt und duftend mit dicker Schale und festem Fleisch.

Ausgebaut werden die Tempranillo-Beeren nahezu überall in Spanien im Barriquefass. Da die Weine von Natur aus wenig Zucker und Säure besitzen, werden sie selten sortenrein gekeltert. Ein klassischer Verschnitt ist die Mischung mit Garnacha und Mazuelo zu den weltbekannten, hochwertigen Rioja-Weinen. Üblicherweise besteht dieser dunkelrote, sehr würzige und alterungsfähige Wein zu 60 bis 90 Prozent aus den Trauben des Tempranillo.

Der Geschmack des Tempranillo

Die rote Traube aus Spanien liefert kraftvolle, elegante Weine mit feiner Säure, fruchtigen Aromen und sehr ansprechenden Geschmackskomponenten. Farblich sind sie von mittlerer bis dunkler Intensität. Im Duft erinnern die Weine an reife Kirschen, Pflaumen und Brombeeren. Auch Gewürznoten, Nuancen von frischen Tabakblättern, Lakritze und Leder können sich entfalten. Schon junge Weine sind mit ihrer milden Säure genießbar, geschmacklich trocken, jedoch lebendig frisch. Mit den Jahren gewinnen die Weine an balsamischen Aromen, sie werden rund und samtig im Geschmack. Bei den hochwertigen, in Barriquefässern gereiften Weinen können Vanille- und Zimtanklänge sowie feine Aromen von Tabak hinzukommen. Erst durch die Reifung im Barrique erreichen die Tempranillo-Weine ihre volle Struktur und Größe. Der Ausbau in amerikanischen Eichenfässern führt häufig zu exotischeren Noten von Kokosnuss oder Karamell.

Je nach Herkunft und Ausbauweise ändert sich der Wein in seiner Stilistik. So sind die Weine aus Rioja eher leicht und fruchtig, in Ribera del Duero gekelterte Weine voller und körperreicher und Tinta de Toro kräftige und komplexere Weine mit hoher Lagerfähigkeit. Der Alkoholgehalt der Weine ist mit 11 bis 13% vol. nicht zu hoch. Tempranillo-Weine überzeugen durch ihre Harmonie und obgleich verschiedenster Geschmackskomponenten wenig komplexen Struktur. Sie entfalten nur äußert selten schwierig zu genießende Aromen, enthalten wenige aggressive Tannine, einen geringen Säuregehalt und sind somit sehr zugänglich für jeden Gaumen.

Dazu passt ein Tempranillo

Wohl temperiert auf 16 bis 18 Grad Celsius und stets dekantiert, um den vollen Genuss zu erleben, lassen sich Tempranillo-Weine als vielseitige Essensbegleiter einsetzen. Deftige Tapas der spanischen Küche, zu Ehren des Herkunftslandes, lassen sich hervorragend kombinieren. Auch zu Fleisch, Gemüse und aller Art Käse passen die Weine ausgezeichnet. Folgend seien einige Anregungen zur kulinarischen Kombination des spanischen Tropfens gegeben:

  • Fleisch: Empfehlenswert zu gebratenem oder geschmortem Fleisch von Rind, Kalb, Schwein oder Lamm. Ein klassischer Rioja-Verschnitt ist insbesondere bei mariniertem, leicht säuerlichem Fleisch zu wählen. Auch Geflügel, etwa gebratenes Hähnchen, Ente, Wildente, Taube oder Fasan passen gut.
  • Fisch: Hier sind stärkere Aromen gefragt, etwa ein Meeresfisch in würziger Soße.
  • Gemüse: Tempranillo passt zu Kartoffeln jeglicher Art, auch zu Reis und allerlei Gemüse. Von einer Kombination mit Spargel oder Artischocken ist abzusehen.
  • Käse: Es empfiehlt sich ein wohl temperierter, gereifter Tempranillo zu geräuchertem, reifem Käse.
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