Spätburgunder

Spätburgunder

Der Spätburgunder, auch als Blau– oder Schwarzburgunder und französisch Pinot Noir bekannt, gilt als Edelrebe und König unter den Rotweinen. Die schönsten und qualitativ sehr hochwertigen roten Weine der Welt entstammen dieser der Burgunderfamilie angehörenden Rebart. Bekannte Rebsorten wie beispielsweise der Weiß-, Grau- und Frühburgunder sowie der Schwarzriesling sind von der ursprünglichen Rebart des Spätburgunders mutiert.

Sie genießt eine lange Geschichte und Tradition und stammt Genanalysen zufolge in nahezu direkter Linie von einer Wildrebe im westlichen Mitteleuropa ab. Vermutlich schon von den Römern wurde sie im französischen Burgund kultiviert und von Karl dem Dicken im Jahre 884 nach Christus als sogenannter „Klevner“ am Bodensee eingeführt. Noch heute wird diese Bezeichnung im Badenland für den Spätburgunder genutzt. Mitte des 20. Jahrhunderts erfuhr die Rebart weitere Verbreitung und wird seither auch im Rheingau, in der Pfalz sowie an der Ahr angebaut. Insbesondere in den vergangenen 150 Jahren hat der Spätburgunder auch als Grundlage für die Sekt- und Champagnerproduktion weiter an Bedeutung gewonnen.

Anbau und Ausbau der edlen Rebart

Aufgrund seiner Spitzenqualität hat der Spätburgunder zunehmend an Bedeutung gewonnen. Im Ursprungsgebiet, dem französischen Burgund, hat sich die Rebfläche verdreifacht und in Deutschland ist die Anbaufläche seit den 90er Jahren um mehr als 3000 Hektar gestiegen. Fast 11.800 Hektar Land, dies entspricht mehr als 10 Prozent der Gesamtrebfläche, werden mit der edlen Rebart bestockt. Baden, dort insbesondere der Kaiserstuhl, die Pfalz sowie Rheinhessen, Württemberg, Rheingau und Ahr sind wichtige Anbaugebiete der Classic-Rebsorte. Auch in Übersee, auf der südaustralischen Insel Tansmanien und im pazifischen Nordwesten der USA sowie in Südafrika und Neuseeland, werden die Weine gehobenen Anspruchs produziert.

Weinbaulich handelt es sich um eine eher schwierige Rebsorte, die hohe Ansprüche an Winzer, Klima und Boden stellt. Sie bevorzugt ein kühleres bis gemäßigt warmes Terrain und gedeiht am besten auf Böden mit einem hohen Kalkanteil. Auf Temperaturschwankungen reagiert sie sehr stark: Bei zu niedrigen Temperaturen reifen die Trauben nicht aus; ist es zu warm, müssen sie gelesen werden, bevor sich ihre gesamte aromatische Vielfalt entfalten kann. Die Trauben sind walzenförmig und dichtbeerig, die Beeren rundlich bis oval, mittelgroß und von dunkelblauer bis violettblauer Farbe. Vorsicht ist geboten, um die relativ dünnhäutige Schale der Beeren nicht zu verletzen und einen Austritt des wertvollen Rebensaftes zu riskieren.

Die früh austreibende Rebsorte ist empfindsam gegen späte Frühjahrsfröste und anfällig für Pilzerkrankungen und Virusbefall (z.B. Chlorose, Rohfäule, Fadenwürmer). Im Falle einer Erkrankung fällt der Ernteausfall vergleichsweise stärker als bei anderen Rebarten aus. Durch Züchtung einer Rebsorte mit verstärkter Beerenschale wird die Widerstandskraft gegen benannte Krankheiten erhöht, jedoch verändern sich auch die sensorischen Eigenschaften der daraus gewonnenen Weine.

Bei guten Wuchsbedingungen, Sorgfalt, Können und Geschick des Winzers bringt die Spätburgunder Rebart herrlich duftende Weine hervor. Unterschieden werden der klassische und der moderne Typus: Der traditionelle Spätburgunder wird aus hochreifen Trauben gewonnen, ist mild, gerbstoffarm und nicht von rostroter Farbe. Die häufig kurz im kleinen Eichenfass gelagerte modernere Variante enthält mehr Gerbstoff, weniger Säure und ist farblich von kräftigem Rot. Üblicherweise wird der Spätburgunder trocken und nahezu ausschließlich sortenrein ausgebaut. Teilweise behält er auch eine gewisse Restsüße. Auch Roséweine sowie Sekt vom Spätburgunder sind zu finden. Bei sofortiger Abpressung der gelesenen Trauben, kann aus dem hellen Saft sogar ein Weißwein aus den dunklen Trauben, ein Blanc de Noirs, gekeltert werden. Für höhere Weinqualitäten findet der Ausbau im Barriquefass statt.

Der Spätburgunder im Geschmack – Weine für gehobene Ansprüche

Die Spätburgunder Weine sind geschmacklich von hoher Qualität und fein im Duft. Man möchte die Nase gar nicht mehr aus dem Glase nehmen, so verführerisch erscheint das Bukett. Der Geschmack ist vollmundig, körperreich und aromatisch komplex. Die Stilistik des Weines kann von streng über sauer bis hin zu samtig und seidig reichen. Charakteristisch für aus der Spätburgunder Rebsorte gekelterte Weine sind ihre fruchtig-sinnlichen Aromen und ein leicht süßlicher Duft nach roten und schwarzen Früchten wie Erdbeere, Himbeere, Kirsche, bis hin zu Brombeere und Johannisbeere. Auch Anklänge von Mandel und Blumen wie Veilchen und Heckenrosen sind möglich. Bei reiferen Weinen können erdige Nuancen wie Waldboden, frisch gemähtes Unkraut und Herbstlaub dazukommen. Auch Tabak ist teilweise als Aroma aufzufinden. Hochwertige Barriqueweine erhalten eine Abrundung durch Vanille- und Zimt-Noten. Diese Spitzenweine sind lagerfähig, sehr langlebig und außerordentlich intensiv und komplex in ihrer Aromatik.

Genuss – dazu schmeckt der Spätburgunder am besten

Spätburgunder Weine werden aufgrund ihrer hohen Qualität und Eleganz von vielen Verbrauchern favorisiert. Insbesondere in der kühleren Jahreszeit sind sie ein geschätzter Tropfen. Chambriert auf etwa 16 bis 18 Grad Celcius lassen sie sich am besten genießen. Kräftige Weine sind vorzugsweise zu Braten, Wild oder auch einer Käseplatte zu servieren. Zu Vorspeisen und weißem Fleisch ist der Weißherbst zu empfehlen. Auch als Aperitif eignet sich der Wein in Auslesequalität. Folgend seien einige weitere Ideen zur kulinarischen Kombination des Spätburgunders aufgelistet.

  • Fleisch: Passend sind Spätburgunder beispielsweise zu Boeuf Bourgognon und anderem Schmorfleisch. Auch mit Gans, Coq au Vin sowie gebratenen Pilzen lassen sich die Weine hervorragend kombinieren. Geschmorte Wildschweinkeule, Fasan und anderes Wildgeflügel seien als weitere Anregungen genannt.
  • Fisch: Fruchtbetontere Spätburgunder lassen sich ausgezeichnet mit Rotbarbe oder Lachs kombinieren.
  • Käse: Beispielsweise ein reifer Spätburgunder zu Epoisses oder Brie de Maux mit jungem Pinot.

 

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