Riesling

Riesling

Der Riesling, eine der qualitativ hochwertigsten sowie vielseitigsten Weißweinrebsorten weltweit, ist als Repräsentant der deutschen Weinkultur bekannt. Mit der typisch fruchtigen Säure überzeugt er in jeder seiner vielfältigen Qualitätsstufen.

Ursprünglich aus dem Rheingau stammend ist er eine der ältesten Rebsorten hierzulande, vermutlich eine Kreuzung der Wildrebe Gouais Blanc (Weißer Heunisch) und einer bereits ausgestorbenen, der Traminerfamilie angehörenden Rebart. Bereits seit dem 15 Jahrhundert, das heißt nunmehr über 600 Jahre lang wird der Riesling auf deutschem Boden kultiviert. Bis ins 18. Jahrhundert jedoch galt die Rebart als unedel – der spätreifende Riesling wurde durch die früher üblicherweise angewandte Methode des gemischten Anbaus von unterschiedlichen Sorten im Weinberg unreif gelesen und daher als zu säuerreich abgetan.

Der Legende nach wartete der Abt des Klosters Johannisberg im Jahre 1775 zwei Wochen lang auf einen Boten des Bischofs mit der Erlaubnis, die Weinlese beginnen zu dürfen. Zu dieser Zeit, erst einige Wochen nach der geplanten Erntezeit waren die Riesling-Beeren wirklich reif. Seither zählt der deutsche Klassiker zu den staatlich empfohlenen Rebarten und genießt ein hohes Ansehen unter den Weinkennern. International ist die Weißweinart als „Rheinriesling“ und im Badenland auch unter dem Namen „Klingelberger“ bekannt.

Anbau und Ausbau der Riesling-Rebart

In allen 13 deutschen Weinanbaugebieten wird der Riesling kultiviert – zusammengenommen etwa 23.440 Hektar Rebfläche sind mit der Classic-Rebart bestockt und machen rund 50 Prozent der weltweiten Riesling-Produktion aus. Insbesondere Rheingau, Mosel, Pfalz, Rheinhessen sowie Württemberg, Baden und Nahe sind zu nennen.

Beim Riesling handelt es sich um eine langsam und spät reifende Rebart. Aufgrund des sehr harten Holzes im Rebstock ist sie sehr kältebeständig und somit relativ unempfindlich gegen Winter- und späten Frühjahrsfrost. Um voll ausreifen zu können, stellt sie hohe Ansprüche an die Lage. Optimal scheinen Steilhänge entlang von Flusstälern mit steinigem Untergrund, welcher die Wärme lange speichert. Gut geeignet sind auch nördlichere Anbaugebiete, in denen die rundlichen, kleinen Beeren mit dicker Schale im Spätherbst bei ausreichend Sonne und Wärme ihre Reife vollenden können.

Bei viel Sonneneinstrahlung wechselt im Laufe des Reifungsprozesses die Färbung der Beeren von gelblich-grün ins gelblich-braune mit schwarzen Punkten. Je nach Bodenart und Klima können sehr different aromatisierte Weine entstehen. So werden beispielsweise aus Trauben, die in Weinstöcken auf Schieferboden reifen durften, Rieslingsweine mit einer mineralischen Note im Geschmack erwartet. Bei schwerem, eher kühlem Boden aus Löss und Lehm mit einem hohen Feuchtigkeitsgehalt lässt das Weinaroma eher an Zitrusfrüchte wie Limetten und Orangen erinnern. Auch der Befall der Beeren mit Edelfäule (Botrytis-Pilz) kann das Weinaroma beeinflussen und trägt zur Variantenvielfalt des Riesling bei.

Ausgebaut wird die Riesling-Auslese üblicherweise im traditionellen Holzfass. Der Riesling ist durch seine natürliche Säure weiterhin gut zur Herstellung von Schaumwein geeignet.

Riesling im Geschmack

Rieslingweine sind in zahlreichen Geschmacksrichtungen und allen Qualitätsstufen vorzufinden. Die Auswahl reicht von unkomplizierten Alltagsweinen bis hin zu Prädikatsprodukten mit verschiedensten Stilen und Besonderheiten je nach Herkunft des Rieslings. Charakteristisches Element der Weine ist ihre fruchtige Säure, eine Harmonie aus Körper, Säure und Extraktfülle bei mittlerem Alkoholgehalt.

Ein junger Riesling ist grünlich-gelb gefärbt, meist noch sehr säurelastig und wenig harmonisch im Geschmack. Im Duft erinnert er an grüne Früchte wie Apfel und Birne. Der gereifte Riesling ist satt-gelb bis hin zu tief-goldgelb. Je nach Bodentyp dominieren Steinobst wie Pfirsich und Aprikose, reife Birnen oder Limetten und Orangen das Aroma. Eine mineralische Note kommt bei auf Schieferboden gereifter Auslese hinzu, einige Weinen haben auch einen Geruch nach Feuerstein zu eigen. Bei längerer Reifezeit können leichte Nuancen von Mandel und ein interessanter Petrolton auftreten. Weine höherer Qualität enthalten häufig eine gewisse Restsüße. Aufgrund der dicken Schale der Beeren ist der Riesling zudem für die Spätlese und damit edelsüße Weine mit einem honigwürzigem Aroma geeignet.

Bevor der Riesling in seinem gesamten Aroma verköstigt werden kann, sollte mindestens ein Jahr vom Zeitpunkt der Ernte ab vergehen. Viele der Weine erreichen erst nach längerem Ausbau ihre ideale Trinkreife. So sind qualitativ hochwertige Weine sehr langlebig. Mit der Höhe von Extraktdichte, Säure und Zuckergehalt nimmt die Lagerfähigkeit des Riesling zu.

Dazu passt Riesling insbesondere

Aufgrund der Variantenvielfalt lässt sich ein Acht-Gänge-Menü problemlos mit ausschließlich Riesling-Weinen begleiten. Die leichteren, trocken bis fruchtig süßen jungen Rieslinge eignen sich ideal als Sommerweine, die gereifteren oder gar betagteren Spätlesen sind als Begleiter von Speisen aller Art zu empfehlen. Trockene bis halbtrockene Weine lassen sich gut mit leichten Gerichten, beispielsweise gekochtem Fleisch mit heller Sauce oder See- und Süßwasserfisch kombinieren. Halbtrockene bis liebliche Weine passen gut zu Frischkäse-Variationen, die fruchtig-süßen und edelsüßen Auslesen harmonieren mit fruchtigen Desserts. Als Aperitif eignen sich altersgereifte edelsüße Auslesen sowie Beerenauslesen hervorragend. Folgend seien einige weitere Ideen zur kulinarischen Kombination des Spätburgunders aufgelistet.

  • Fleisch: Trockene Weine harmonieren zu Wildgeflügel, Zicklein oder Schweinebraten. Kombinierbar mit Schweinefleisch, Ente oder Gans mit leicht süßen Saucen sind vorzugsweise Spätlesen.
  • Fisch: Der österreichische Riesling kann zu frischem oder geräuchertem Fisch, der Elsässer zu Räucherfisch und Pasteten angereicht werden. Ein leichter Riesling aus dem Gebiet der Mosel ist beispielsweise zu Thunfisch oder Sushi zum empfehlen.
  • Gemüse: Ein dezent restsüßer Kabinettwein harmoniert mit einem milden Curry, schärferes sollte mit einer Auslese kombiniert werden.
  • Käse: Gereifter Ziegenkäse passt zu einem reifem Riesling, frischen Ziegenkäse bevorzugt zu Riesling Kabinett, Blauschimmelkäse zu Trockenbeerenauslesen.
  • Süßspeisen: Insbesondere apfelhaltige Nachspeisen, Obstkuchen und Johannisbeeren lassen sich ausgezeichnet mit Auslesen begleiten, eine süße Spätlese ist zu Milchschokolade zu empfehlen.
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