Merlot

Merlot

Merlot, die rote Traubensorte aus der Region um Bordeaux, gehört zu den meist angebauten Rebarten der Welt – rund 270.000 Hektar offiziell geschätzte Rebfläche sind weltweit mit der Rebe bestockt. Auch in Deutschland gehört er aufgrund seiner Zugänglich- und Sinnlichkeit zu den beliebtesten Rotweinsorten.

Bereits im 14. Jahrhundert trat der Wein, allerdings damals unter dem Namen „Crabatut Noir“, im französischen Bordeaux in Erwähnung. Erst vier Jahrhunderte später setzte sich die Bezeichnung „Merlot“ durch. Dieser Name ist aus dem französischen Wort für Amsel merle (okzitanisch Merlau) abgeleitet und vermutlich eine Anspielung auf die Eigenart dieser Vogelart, frühreife Beeren zu favorisieren. Auch die schwarzblaue Färbung der Trauben in Abpassung mit dem Gefieder der Amsel ist eine mögliche Erklärung für die Namensherkunft. Hervorgegangen ist der Merlot als eine natürliche Kreuzung des Cabernet Franc und Magdeleine Noire des Charentes, eine heutzutage nahezu ausgestorbene Rebart. Aufgrund seiner weinbaulich wenig schwierigen Anbauweise und geschmacklichen Qualität hat der Merlot die Weinkultur global erobert. In Deutschland erlangte die Rebart erst im Jahre 1997 ihre Zulassung. Neben der nahezu schwarzen haben sich in Brasilien zwei weitere Spielarten, Merlot Gris und Merlot Rosa entwickelt, sowie die Kreuzung mit Folle Blanche, der Merlot Blanc.

An- und Ausbau des Merlot

In Frankreich, insbesondere in der Region Bordeaux, ist ein Großteil der Rebfläche mit Merlot bestockt. Neben seinem Ursprungsland gibt es weltweit mittlerweile kaum eine Weinkultur, welche auf diese Rebart verzichtet. Insbesondere in Italien, Bulgarien sowie in Australien, den Vereinigten Staaten im nördlichen, Chile und Argentinien im südlichen Amerika wird die Rebsorte schwerpunktmäßig kultiviert. Österreich und Deutschland zählen nicht zu den Hauptanbaugebieten – etwa 600 Hektar deutscher Rebfläche, dabei vor allem in der Pfalz und in Rheinhessen, sind der Rebsorte bestimmt.

Die Rebart zeichnet sich durch ihre geringe Anspruchshaltung hinsichtlich Lage und Anbau aus. Sie gilt als weinbaulich wenig kompliziert. Aufgrund ihrer relativ frühen Reife gedeiht sie auch in kühleren Gebieten gut; bei zu starker Hitze werden die Beeren eher zu schnell überreif und sehr alkoholreich. Bevorzugt wird ein tiefgründiger Boden mit guter Wasserversorgung. Die Trauben sind walzenförmig und lockerbeerig, die runden Beeren klein und schwarzbläulich gefärbt. Wegen ihrer dünnen Schale sind sie relativ anfällig für Fäulnis und Pilzerkrankungen. Insgesamt ist der Anbau der Rebsorte aber sehr ertragreich, liefert hohe Mostgewichte und gut gereifte Qualitäten.

Beeren des Merlot werden teils rebsortenrein ausgebaut, teils mit anderen roten Sorten als Cuvée verarbeitet. Er zählt zu den sechs Rebarten, welche für Bordeaux-Weine genutzt werden dürfen: Klassisch gemischt mit Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc und ausgebaut im Holzfass, dem Barrique, unterstreicht der Merlot Körper und Fülle eines guten Weines, verfeinert und harmonisiert ohne die anderen Weinarten geschmacklich zu dominieren. Auch für den Ausbau zu Roséwein ist die Rebe geeignet.

Geschmackserlebnis Merlot

Die dunklen, rubinroten Weine sind durch ihren samten, weichen Charakter sehr zugänglich. Teils leicht-geschmeidig, teils ausdrucksstark-fleischig passt er sich den Vorlieben des Genusses an und wird daher von vielen Weinliebhabern geschätzt. Im Duft ist er sehr intensiv, elegant fruchtige Aromen von Pflaume, Kirsche, Himbeere und dunklen Beeren, auch feine kräuterwürzige Nuancen sind vertreten. Für längere Zeit gelagerte Weine sind stärker durch letztgenannte Kräuteraromen betont, die fruchtigen Noten weichen mit der Zeit. In Barriquefässern ausgebaute Weine können auch an Schokolade und Tabak erinnern.

Geschmack und Fülle unterscheiden sich zudem je nach Herkunftsgebiet: So sind Weine aus Frankreich, Australien und Kalifornien beispielsweise meist vollmundiger und kräftiger als italienische Weine, mit eventuell Nuancen von Nelken und Lakritz. Typischerweise enthält ein Merlot einen mittleren bis hohen Alkoholanteil. Aufgrund des geringen Säure- und Tanningehalts sind Merlot-Weine schon jung zugänglich und sehr angenehm, geradezu sinnlich im Geschmack. Dies kommt auch den Cuvée-Weinen zugute, welche durch Beimischung der Rebe früher genießbar werden. Einbußen sind dafür allerdings in der Lagerfähigkeit der Weine entgegen zu nehmen.

Dazu passt ein Merlot

Der Gaumenschmeichler Merlot mit seinem fruchtig-weichen Charakter ist vielseitig kombinierbar, kann aber auch für sich allein sprechen. Zu mächtigen Gerichten sind die ausdrucksstärkeren Barriqueweine zu empfehlen, zu leichteren Speisen ist ein einfacher Merlot mit seinem fruchtigen Aroma ein ausgezeichneter Begleiter. Hinsichtlich Würze und Kräutern ist Vorsicht geboten – diese harmonieren häufig nicht besonders gut mit dem samtigen Stil des Merlot. Der Rotwein sollte, damit er sein gesamtes Aroma entfalten kann, bei einer Temperatur von etwa 14 Grad Celsius verköstigt werden. Folgend seien einige Anregungen zur kulinarischen Kombination der Rebe gegeben:

  • Fleisch: Ein ausdrucksstarker Rotwein ist ein guter Begleiter zu Speisen mit Ochsen- oder Rindfleisch, beispielsweise Entrecôte, Tournedos und Châteaubriand. Ebenso passt die Kombination mit Lammfleisch, wobei hierbei Gewürze wie Rosmarin oder Knoblauch nicht dominieren sollten. Wildgerichte, jedoch nicht gebeizt oder mariniert, sowie Gans, Ente und Taube machen sich gut in Kombination mit Merlot-Weinen.
  • Fisch und Meeresfrüchte: Fisch, Hummer oder Muscheln, hier ist ein leichter Merlot ein passender Begleiter.
  • Gemüse: Beilagen wie Rotkohl, Wirsing oder Möhren sowie Trüffel oder Morchel lassen sich gut mit dem Charakter des Rotweines kombinieren.
  • Käse: Mit einem leichten Merlot zu cremigem Brie kann man nichts falsch machen. Bei anderen Sorten widerstrebt dem weichen Charakter der Rebe häufig die käsige Würze.
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