Chardonnay

Chardonnay






Chardonnay gilt als eine weiße Erfolgssorte, die weltweit große Bekanntheit und Beliebtheit genießt. Dies verdankt sie vor allem der geschmacklich hohen Weinqualität und ihrer guten Anpassungsfähigkeit und Genügsamkeit hinsichtlich Klima und Boden des Anbaugebiets. In nahezu allen weinbaubetreibenden Ländern der Welt wird die weiße Rebart heutzutage kultiviert.

Verwandt ist der Chardonnay mit der Burgunderfamilie – daher auch unter dem Namen Pinot Chardonnay bekannt – und geht als natürliche Kreuzung aus dem Pinot und Gouais Blanc (zu deutsch: Heunisch), welche bereits im Mittelalter im Burgund kultiviert wurden, hervor. Aufgrund seiner zur Verwechslung ähnlichen Optik zum Weißburgunder wurde lange Zeit keine Unterscheidung der beiden Rebarten gemacht. Erst molekularbiologische Untersuchungen machen die Differenzierung deutlich. Seit Jahrhunderten wird die Rebart in insbesondere Burgund und Champagne kultiviert und fand durch Klöster und Orden weitere Verbreitung. Der Name „Chardonnay“ geht vermutlich auf die gleichnamige Gemeinde bei Tournous zurück. Ende des 20. Jahrhunderts erfuhr der Chardonnay einen enormen Aufschwung in seiner Popularität und wurde als Modesorte von Winzern weltweit in die Weinkultur aufgenommen. In Deutschland erlangte er im Jahre 1991 seine Zulassung. Heutzutage existieren verschiedene, offiziell anerkannte Spielarten der Rebart.

An- und Ausbau des Chardonnay

Um die Popularität des Chardonnay deutlich zu machen: Rund 200.000 Hektar Anbaufläche sind weltweit mit der Rebart bestockt. Damit erreicht der Chardonnay den fünften Platz der meist kultivierten Rebsorten und nimmt weltweit eine dreimal so große Rebfläche wie die des Rieslings sein. In der französischen Heimat, Italien, der Schweiz sowie Slowenien, Moldawien und Österreich – hier auch unter dem Namen „Morillon“ bekannt – wird die Rebart angebaut. Auch in Australien, Neuseeland, Südafrika sowie Argentinien und Chile haben Winzer den Chardonnay in ihr Weinsortiment aufgenommen. Im Westen der Vereinigten Staaten von Amerika, in Kalifornien, liegt ein Hauptanbaugebiet der Rebart. In Deutschland macht der Chardonnay mit etwa 1678 Hektar Anbaufläche 1,6 Prozent der hiesigen Weinkultur aus. Auch hier ist die Tendenz langsam zunehmend: Von Jahr zu Jahr kommen 50 bis 100 Hektar Rebfläche hinzu. Insbesondere in Weinbaugebieten mit traditioneller Burgunder-Kultur, so beispielsweise am Kaiserstuhl in Baden oder in der Pfalz an der südlichen Weinstraße, findet der Chardonnay guten Anklang.

Bevorzugt gedeiht die Rebsorte auf warmen, tiefgründigem sowie kalkhaltigem Boden. Hinsichtlich des Klimas besitzt der Chardonnay eine verglichen mit anderen Rebsorten große Anbaubreite und ist insbesondere daher von Winzern sehr geschätzt. Unter verschiedenen Bedingungen gedeiht er problemlos und bringt sehr gute Qualitäten hervor. Dabei ist die Rebart wenig empfindlich gegen Winterfrost und nicht sehr anfällig gegen Krankheiten. Die dünnen Beerenschalen der rundlichen, grüngelb- bis bernsteinfarbenen Beeren begünstigen den Botrytisbefall. Ähnlich wie der Weißburgunder reift der Chardonnay erst relativ spät.

Ausgebaut wird die Rebsorte in verschiedenen Stilrichtungen, meist jedoch trocken im Edelstahltank. Der Ausbau in Barriquefässern ist für hochwertige Grundweine sehr verbreitet. Durch die Reifung im Eichenfass können die Weine sogar noch an Qualität gewinnen und neben fruchtigen auch die würzigeren Holz-Aromen annehmen. Frische, fruchtigere Weine werden auch zu Sekt verarbeitet. Weiterhin zählt der Chardonnay zu den wichtigsten Rebarten der Champagner-Herstellung.

Der Geschmack

Weine der Chardonnay-Rebart sind ungemein vielseitig und intensiv. Die verschiedenen Anbauregionen prägen die Trauben unterschiedlich in ihrem inneren Aroma und ergeben so verschiedenste Charaktere und Nuancen in den Weinen. Ein guter gelblich bis bernsteinfarbener Chardonnay lebt von dieser herkunftsspezifischen Komplexität. Das Bukett ist meist fruchtig mit vielschichtigen Aromen von Himbeere, Melone, Vanille, exotischen Früchten, Pfirsich und Tomaten. Auch Anklänge von nicht ganz reifen Äpfeln sowie Tabak, Tee und Rosen sind teils zu erkennen. Der Wein ist sehr körperreich mit viel Extrakt und Nachhaltigkeit. Der Geschmack kann leicht rauchig sein mit leichten Walnuss-Nuancen. Meist ist der Wein reichlich alkoholhaltig, mit 13% vol. und mehr. Bei im Stahltank ausgebauten Weine dominieren die fruchtigen Aromen und die Säure ist deutlicher erkennbar. Barriqueweine werden in ihrem Aroma durch holzige Nuancen ergänzt und dadurch kräftiger, leicht würzig im Geschmack. Die beste Qualität erreichen die Weine erst in höheren Reifephasen.

Chardonnay richtig kombiniert

Ein kühl servierter Chardonnay wirkt stets elegant und passt in seinen verschiedenen Qualitätsstufen zu zahlreichen Anlässen. Das Dekantieren vor dem Genuss lässt den Chardonnay seine aromatische Vielfalt entfalten und stärkt ihn in seinem Ausdruck und Charakter. Während junge, leichtere Weine hervorragend mit Fisch, Meeresfrüchten und anderen leichten Speisen harmonieren, lassen sich mächtigere Gerichte wie Gebratenes oder herzhafter Käse mit reiferen, eventuell holzbetonteren Weinen kombinieren. Auch als Aperitif durchaus geeignet. Folgend seien einige anregende Ideen zur Kombination der Chardonnay-Weine genannt:

  • Fleisch: Die fruchtig-aromatischen Weißweine harmonieren mit Schweinefleisch sowie hellem Geflügelaroma von Huhn oder Truthahn. Gänse-, Entenleber und Terrinen aller Art lassen sich auch hervorragen durch einen Chardonnay begleiten. Auch zu Wild ist von einem kräftigen im Barriquefass ausgebauter Chardonnay nicht abzuraten.
  • Fisch und Meeresfrüchten: Beispielsweise mit Jakobsmuscheln oder Austern kombiniert ein Genuss. Auch zu Thunfisch, Rotbarsch und Lachs, gegrillt oder gebraten, ist ein Chardonnay zu empfehlen.
  • Gemüse: Zu süßen Gemüsen, beispielsweise Möhren, passen beispielsweise im Barrique gereifte Weine gut. Insbesondere zu einem Spargelgericht darf ein der Chardonnay nicht fehlen.
  • Käse: Chardonnay ist ein ausgezeichneter Begleiter von edlen, gerne kräftigen Käsesorten, ein gereifter Ziegenkäse oder Weichkäse mit Edelpilzen beispielsweise.
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