Canapes

Canapes

Als Canapes werden kleine, mundgerechte Häppchen bezeichnet, deren Grundlage in der Regel eine Scheibe Brot darstellt. Mit verschiedenen Zutaten belegt und zumeist aufwendig dekoriert, handelt es sich bei den Canapes um eine vielseitige und optisch ansprechende Form von Fingerfood. Canapes werden ohne Besteck verzehrt und sind daher vor allem auf Cocktailpartys, Sektempfängen und Firmenfeiern beliebt. Doch auch im privaten Rahmen werden Canapes gerne als Snack oder Vorspeise angeboten.

Das Servieren von Canapes bei gesellschaftlichen Anlässen hat eine lange Tradition. In Frankreich wurden die pikant belegten Brotscheiben bereits im 17. Jahrhundert im Kreise der höfischen Gesellschaft zum Champagner gereicht. Angerichtet wurden die edlen Happen in der Regel auf einem neben dem Sofa – französisch Canape – platzierten Beistelltisch. Das Möbelstück, auf dem die feinen Damen und Herren die Speisen zu sich nahmen, wurde dabei zum Namensgeber der Canapes.

Eine Zeit lang schienen die Canapes außerhalb Frankreichs etwas in Vergessenheit geraten zu sein. Seit einigen Jahren begegnet man ihnen aber auch in Deutschland wieder häufiger. So stehen Canapes inzwischen bei vielen Cateringunternehmen auf der Speisekarte. Was genau sich dabei hinter dem Begriff Canape verbirgt und welche Zutaten zur Zubereitung verwendet werden, ist dabei allerdings sehr unterschiedlich.

In der Regel bildet eine Scheibe Brot die Grundlage für das Canape. Feine Aufstriche und ein Belag aus Fleisch, Fisch, Käse oder Eiern bilden den Hauptbestandteil der kulinarischen Kreation. Abgerundet wird das Ganze schließlich mit einer Garnitur aus Kräutern, Obst oder Gemüse, die dem Canape seine besonders ansprechende Optik verleiht.

Canapes im klassischen Sinne

Für ein Canape im klassischen Sinne darf dabei streng genommen ausschließlich Weißbrot ohne Rinde verwendet werden. Wer es aber mit der Tradition nicht so genau nimmt, kann im Grunde jede Art von Brot verwenden. Als Alternativen zum Meterweißbrot sind so etwa Pumpernickel und Knäckebrot, aber auch Cracker oder Mürbeteigplätzchen weit verbreitet. Auch Blätterteig wird gelegentlich verwendet. Bei hellen Brotsorten sollte die Scheibe vor der eigentlichen Zubereitung etwas getoastet werden, damit der Belag nicht zu schnell einsickert. Bei anderen Teigsorten muss darauf geachtet werden, dass sie stabil genug sind und nicht durch das Gewicht des Belags zerbrechen.

Ob klassisch und schlicht oder modern und extravagant: Grundsätzlich sind der Fantasie bei der Zubereitung von Canapes keine Grenzen gesetzt. Schinken, Roastbeef oder Geflügel eignen sich als Belag ebenso wie Lachs, Aal oder Scampi. Auch Vegetarier kommen auf ihre Kosten. So lassen sich etwa mit Schafskäse, Roquefort und Camembert auch unzählige fleischlose Varianten zubereiten. Bestrichen werden die Brotscheiben gerne mit Butter oder Frischkäse, aber auch Leberwurst oder Gemüsecremes können hier verwendet werden. Als Dekoration dienen neben frischen Kräutern häufig Zwiebeln, Gurkenscheiben, Tomaten- oder Paprikastücke. Auch mit Obst, zum Beispiel Erdbeeren, Äpfel oder Trauben, lässt sich einem Canape das gewisse Extra verleihen.
Da jedes Häppchen einzeln und von Hand mit den ausgewählten Zutaten belegt werden muss, steckt viel Vorbereitungszeit in den Canapes. Allein das Anrichten der filigranen Dekoration ist häufig mit viel Aufwand verbunden. Das Wort „Schnittchen“, mit dem der Begriff Canape im Deutschen häufig beschrieben wird, stellt daher keine besonders gelungene Übersetzung dar. Sie unterschlägt die feine und zuweilen auch luxuriöse Note, die ein gut zubereitetes Canape von einem einfachen Butterbrot oder einer Käsestulle unterscheidet.

Damit die Canapes bei den Gästen richtig zur Geltung kommen, sollte man beim Servieren einige Grundregeln beachten. Werden verschiedene Varianten mit unterschiedlichen Belägen angeboten, so ist es wichtig, diese beim Anrichten strikt voneinander zu trennen. So wird verhindert, dass sich der Geschmack von Fisch auf ein Canape mit Fleischbelag überträgt und umgekehrt. Auch sollten die Canapes auf einem Tablett nicht zu engbeieinander liegen. Dies sieht nicht nur ansprechender aus, sondern verhindert auch, dass die Gäste beim Zugreifen mit dem Finger versehentlich gleich mehrere Canapes berühren.

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