Barolo

Barolo Rebe






Ein berühmter, trockener Rotwein aus dem norditalienischen Piemont ist der Barolo – er ist in Italien als Wein der Könige bekannt. Gekeltert wird der geschmacklich mächtige Wein zu hundert Prozent aus Nebbiolo-Trauben, welche umliegend der Gemeinde Barolo – daher der Name – vermutlich schon seit der Antike angebaut werden.

Der Name der Edelrebe weist auf den weißlichen, nebelartigen (italienisch: nebbia) Belag auf den reifen Trauben hin. Woher die Rebart abstammt, ist nicht eindeutig geklärt.

Bis ins 18. Jahrhundert ist der Barolo zurückzuverfolgen, der Wein in seiner heutigen Form ist jedoch erst im 19. Jahrhundert entstanden. Mit der Bitte um Beratung und Unterstützung auf einem Weingut wurde der französische Weinspezialist Louis Oudart 1850 nach Barolo berufen. Aufgrund der späten Reifung der Trauben fiel der Gärprozess in die kalten Wintermonate, setzte bei zu tieffallenden Temperaturen aus und ließ einen süßen, nicht komplett durchgegorenen Wein mit übermäßigem Restzucker entstehen. Oudart verlegte die Gärung in unterirdische Weinkeller, sorgte für konstante Temperaturen und bessere Raumhygiene. Der neue Barolo fand schnell Anklang in der Gesellschaft und wurde von umliegenden Weingütern übernommen.

Anbau und Ausbau der Nebbiolo-Rebe

Von 6000 Hektar Anbaufläche weltweit sind mehr als 5200 Hektar in Norditalien, in dem kleinen hügeligen Anbaugebiet südwestlich der Stadt Alba im Piemont, mit der Nebbiolo-Rebe bestockt. Weniger bedeutsame Regionen liegen in der Schweiz, in Südafrika, Kalifornien sowie Süd- und Mittelamerika (Argentinien, Brasilien, Mexiko).

Die Rebart stellt hohe Ansprüche an Boden und Klima. Nur steile Hanglagen mit südlicher oder südwestlicher Ausrichtung kommen infrage. Optimal sind kalkhaltige Mergelböden, auf diesen gedeiht die rote Edelrebe ideal. Sie treibt früh aus und ist somit empfindlich gegen späte Frühjahrsfröste. Während der Blütezeit reagiert sie auf hohe Feuchtigkeit mit Verrieselung – deutlich weniger Blüten entwickeln sich zu Beeren, da sie vorzeitig vom Stielgerüst abgestoßen werden. Da die Trauben spät reifen, droht bei feuchtem Herbstwetter der Befall von Grauschimmelfäule. Auch im Hinblick auf die Erkrankung mit echtem Mehltau ist die Rebart anfällig. Die Trauben sind zylindrisch und mittel dichtbeerig, die mittelgroßen, rundlich bis ovalen Beeren sind dunkel bis blauschwarz gefärbt.

Die Herstellung der Barolo-Weine geschieht von Winzer zu Winzer unterschiedlich. Strenge Vorgaben bestehen jedoch hinsichtlich der Menge und Reifung der Weine: Aus einem Hektar Rebfläche dürfen nur 52 Hektorliter Wein gekeltert werden, welche vor der Verköstigung mindestens zwei Jahre in Fässern und ein Jahr in der Falsche reifen müssen.

Traditionell wurden die Trauben mit Teilen der Stiele bis zu zwei Monate in der Maische belassen, um Farbstoffe, Tanningehalt, Fruchtkonzentration und Aromen aus den Beeren zu lösen und den Gerbstoffanteil zu erhöhen. In Kastanien- oder Eichenholzfässern wurde der langsame Gärungs- und Reifeprozess über Jahre fortgesetzt und die anfängliche Strenge des Weins etwas abgemildert. Seit der 1980er Jahre sind durch moderne Herstellungsmöglichkeiten mit Temperaturkontrolle, kürzeren Maischestandzeiten nach vorheriger Entfernung der Stile und Gärung in Edelstahlbehältnissen sauberere Barolo-Weine mit einem weicherem Geschmack üblich. Ihr Farbton ist typischerweise rubinrot oder gar noch intensiver granatrot.

So schmeckt ein Barolo

Die als Barolo gekennzeichneten Weine sind in der Regel trocken, körperreich und geschmacklich komplex. Er gilt als ein eher schwieriger Wein, der im ersten Moment auf der Zunge rau, bitter, sauer oder pelzig erscheinen mag. Zu junge Weine können aufgrund des recht hohen Tanningehalts sehr aggressiv und schwer zugänglich im Geschmack sein. Bis zum vollen Genuss braucht Barolo seine Zeit, er gewinnt mit den Jahren zunehmend an Eleganz. Durch den relativ hohen Tannin-, Alkohol- und Säureanteil ist die Lagerfähigkeit enorm hoch. Ein Alkoholgehalt von 13 bis 15% vol ist üblich. Die Weine erreichen im Alter dann einen samtigen, harmonischeren Geschmack. Ihr Geruch ist intensiv, erinnert an Veilchen und Rosen bis hin zu auffälligerem Duft von Trüffel, Lakritz, Harz oder Weihrauch. Auch Nuancen von Zimtpflaumen sind möglich.

Eine Flasche Barolo sollte etwa zwei Stunden vor Genuss geöffnet werden und in einem großen Gefäß, vorzugsweise einem Dekanter, Zeit zum Atmen erhalten. Erst jetzt kann der Wein seine vollen Aromen entfalten und zu einem harmonischen Ganzen vereinen. Die optimale Trinktemperatur liegt bei 18 bis 20 Grad Celcius, kühl sollte der Wein nie getrunken werden. Eine Verköstigung des Barolo verteilt über mehrere Tage vermag zu immer neuen Geschmackserlebnissen führen.

So kombiniert man einen Barolo am besten

Barolo ist als Festtagswein bekannt und sollte in seiner Kombination mit Speisen sorgsam ausgewählt werden. Er passt insbesondere zu würzigen und gehaltvollen Speisen wie Braten, Gegrilltem oder Wildgerichten. Aromen von Nelken, Wachholder oder Lorbeer harmonieren hervorragend, während die Kombination mit süßlichen und orientalischen Speisen zu vermeiden ist. Das Anreichen von Barolo zur Weihnachtsgans ist nicht zu empfehlen. Auch eine Kombination mit leichten Gemüsespeisen oder Fischgerichten an heller Soße ist nicht ratsam – der mächtige Barolo würde diese im Geschmack erdrücken. Auch als Dessertwein ist der Barolo in seinem Aroma zu kräftig. Zu Pastagerichten mit würzigen Tomaten- oder Fleischsoßen hingegen ist ein Glas Barolo möglich und durchaus empfehlenswert.

Fleisch: Barolo empfiehlt sich als Begleiter zu Hasenpfeffer, Gulasch oder einem lange in Rotwein mariniertem Rinder- oder Wildbraten. Brasato al barolo, so heißt der stundenlang im noblen Rotwein des Piemont geschmorte Rinderbraten dortzulande.

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